Fünf Jahre nach dem Tsunami: Ein Wohltorfer hilft immer noch

20.12.2009

Was am 26. Dezember 2004 geschah, wird Jürgen Kosian nie vergessen:
Der Wohltorfer machte mit seiner Familie Urlaub in Khao Lak, als die Tsunami-Welle den Strand überrollte und viele Menschen mit in den Tod riss. Die Kosians kamen mit Schürfwunden davon.  Von Silke Geercken

 
Genau fünf Jahre ist es her. Weihnachten 2004 hat die Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean die Welt erschüttert. Jürgen Kosian aus Wohltorf machte in Thailand Urlaub mit Frau und drei Kindern. Alle überlebten. Kosian beschloss zu helfen. Eine Hilfe, die noch immer andauert, und sich inzwischen auf Burma ausgeweitet hat.

 

"Es kommt mir viel länger vor", sagt Jürgen Kosian aus Wohltorf. Seine Familie ist der Tsunami-Flutkatastrophe am zweiten Weihnachtstag in Thailand knapp entkommen. Aus Dankbarkeit hat das Ehepaar den Verein Lichtblick für Katastrophenopfer gegründet und bereits mehrere hunderttausend Euro an Hilfsprojekte weiter gegeben.

 

Zur Erinnerung: Jürgen Kosian (55) befand sich mit seiner Frau Heidi und drei Kindern im Urlaub in Khao Lak, als am zweiten Weihnachtstag 2004 das Unglück passierte. Alle fünf Wohltorfer haben die Welle unbeschadet überstanden - bis auf einige Prellungen und Schürfwunden am Rücken. Für Heidi und Jürgen Kosian war es Grund genug, den Menschen für die "unglaubliche Hilfsbereitschaft" zu danken. Sie gründeten den Verein Lichtblick, der Spendengelder in diverse Projekte in Thailand investierte: Fischerboote wurden gekauft, Schulessen finanziert, ein Hühnerstall gebaut, insgesamt 100 kleinere Projekte unterstützt.

 

"Dass wir uns in den furchtbaren Wirren des Tsunami nicht verloren haben, verdanken wir ganz besonderen Menschen. Den Menschen, die an diesem Tag selbst alles verloren haben", sagt der 55-jährige Unternehmensberater aus Wohltorf noch immer voller Dankbarkeit. Das Unglück sei verdrängt, aber gerade zu Weihnachten noch immer gegenwärtig. "Ich weiß noch so viele Details, die Bilder haben sich eingebrannt", sagt Kosian. Sein Leben habe sich danach verändert. "Es hat eine andere Qualität bekommen. Mit voller Wucht hat man gespürt, dass das Leben zerbrechlich ist, ganz schnell zu Ende sein kann. "

 

Nicht vergessen hat der Wohltorfer, wie sich die Einheimischen um ihn gekümmert haben, obwohl sie selbst Wohnung und Existenz verloren hatten. Und da die Hilfe in Khao Lak beendet ist, kümmert sich der Verein jetzt um andere Katastrophenopfer: Im Irawadi-Delta in Burma (Südostasien) hat ein Wirbelsturm im Mai 2008 Tausende Menschen obdachlos gemacht. Durch Freunde hat Kosian Kontakt zu dem Dorf Akal Chaung Wa (3000 Einwohner) bekommen. "Wir helfen, ein Dorf wieder aufzubauen, kaufen Turbinen für die Stromversorgung. "

 

Der Verein Lichtblick habe sich zum Ziel gesetzt, Katastrophenopfer in der ganzen Welt beizustehen. Der Verein hat keine große Mitgliederbasis, besteht nur aus dem Vorstand um Jürgen Kosian, der sich immer wieder mit Aktionen um Spenden bemüht. Wer mithelfen möchte, erhält nähere Informationen über den Verein unter Telefon 0 40/75 11 48 90 oder info@vab-hamburg.de.