Familie Kosian: Oldtimer wird zugunsten der Fluthilfe verkauft
06.01.2005
Wohltorf/Berlin - Jürgen Kosian konnte am Schluss seines Fernsehauftritts am Montag bei Sat 1 schon wieder scherzen: „Ich war nicht das letzte Mal in Thailand. Ich muss meinen Kaffee noch zu Ende trinken...und etwas von der Hilfsbereitschaft zurückgeben. „Heidi und Jürgen Kosian aus Wohltorf waren gerade beim Frühstück im Hotel Magic Lagoon an der Bucht von Khao Lak, als die Flutwelle kam Sie hatten Glück. Die ganze Familie kam unversehrt zurück (die LN berichteten) und war nun zu Gast in der Sendung zugunsten der Flutopfer mit Moderator Kai Pflaume. Wie stark die Familie erschüttert ist, war deutlich auch vor dem Bildschirm zu spüren. Jürgen und seine beiden Töchter hielten sich die ganze Zeit an den Händen. Nina weinte, dafür konnte die kleine Shelly (8) auch schon wieder lachen, als Pflaume ihr Plüschtier ins Gespräch brachte. Nach der Flut habe er seine Familie 25 Kilometer entfernt in einem Hospital wieder gefunden, erzählt Kosian. „Wir haben die Strapazen nur deshalb so gut überstanden, weil die Thais uns selbstlos unterstützt und vom Hotel weg gebracht haben". Auch Sohn Phil (15) weiß nur Gutes zu berichten. „Ich war gerade bei der Kosmetik. Zwei Thailänderinnen haben mich beschützt. Ich habe sie leider nicht wieder gesehen". Noch immer tief erschüttert von den schrecklichen Erlebnissen ist Tochter Nina (16). Immer wieder kommen ihr die Tränen in Erinnerung an das Erlebte. „Die Thais haben alles für uns getan, ihr letztes Hemd gebracht, uns Essen gegeben, obwohl sie doch selbst nichts hatten". Glück im Unglück hatte auch Heidi Kosian. Einheimische hatten ihr aufs Dach geholfen, einer hat sie Huckepack getragen. „Ich weiß nicht, wo wir sonst wären. Wir möchten ein bisschen von dem zurück geben". Familie Kosian hatte sich bereits überlegt, wie sie helfen will. Jürgen Kosian: „Unser gemeinsames Hobby ist das Fahren von Oldtimern. Wir werden unserer Corvette verkaufen. Die hat einen Wert von rund 50.000 Euro. Das Geld werden wir den Flutopfern zur Verfügung stellen".